2. TAGUNG ZUR FALTDIDAKTIK AN DER FRÖBEL-STRASSE
Oberweißbach (Thüringen, Deutschland), 1.-2. April 2017
Fröbel-Foldingstreet 2016

82 participants in the conference, and a lot of volunteers and cooperators

1. Tagung zur Faltdidaktik an der Fröbel-Strasse in Oberweißbach 2016

TAGUNGSORT: Fröbel Regelschule Oberweißbach (Fröbelstraße 12, 98744 Oberweißbach/Thüringer Wald)

Seit 2006 findet jedes Jahr im Herbst eine Tagung zur Faltdidakik in Freiburg im Breisgau statt. Seitdem wurden zahlreiche Tagungen zu diesem Thema weltweit, unter anderem in Italien, Argentinien, England oder Katalonien, mit großem Erfolg durchgeführt. Seit 2016 in Oberweißbach die 1. Tagung zur Faltdidaktik an der Fröbel-Strasse organisiert wurde, findet jedes Jahr diese Frühlingstagung in einem anderen Ort der sogenannte Fröbel-Strasse statt: 2017 in Oberweißbach, 2018 Weimar, 2019 in Bad Liebenstein und 2020 in Bad Blankenburg.

KeilhauM287-06

Flechtarbeiten aus Keilhau, 1917

 

Das Falten hat sich jahrhundertelang von Generation zu Generation als Beschäftigung bzw. als Kunst entwickelt. Dabei wurden die Falttechnik und die Faltdidaktik als zwei untrennbare Elemente angesehen. Das Papierfalten ist nicht nur eine Hobbytätigkeit in der Freizeit oder eine hohe Kunst für diejenigen, die eine Begabung beherrschen, sondern auch eine Tätigkeit zur Erziehung des Menschen. Dabei wird die Entwicklung verschiedener Aspekte wie beispielsweise die Fein motorik, das Erinnerungsvermögen, die Raum-Lage-Orientierung, die Phantasie und Kreativität, die Gehirn-Auge-Hand-Koordination, das sprachliche und geometrische Verständnis uvm. gefördert. Die Pädagogen sollen hierfür auch eigene Ideen entwickeln, sowie Informationen bekommen, wie sie diese fundiert umzusetzen können.

Die Workshops und der fachliche Austausch der Teilnehmer untereinander, sowie der Austausch persönlicher Erfahrungen, bereichert die Tagung zur Faltdidaktik. Dadurch soll jeder Teilnehmer in der Lage sein, in verschiedenen Unterrichtssituationen seine eigenen Ideen, Lösungen und Tipps zu finden.

Hier können Sie sich anmelden

Pädagogisches Team: Petra Betscher, Anja Drews, Caroline Geller, Hans-Werner Guth, Nele Hatoum, Anja Markiewicz, Robert Nauer, Sascha Pooch, Nick Robinson, Joan Sallas, Carmen Sprung, Ariane Schreiter

Übernachtungen: Hier finden Sie verfügbaren Unterkünften in Oberweißbach

FALTMATERIAL

Während der gesamten Veranstaltung können Sie Faltmaterial erwerben:
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 Julia Schonhuber Papierdesign (Salzburg, A):
Bücher & Faltblätter
# Carmen Sprung Origamiseiten (Pfaffenhofen/Ilm, D):
BücherFaltblätter & Schablonen

TAGUNGSABLAUF (Änderungen vorbehalten)

Samstag, den 1. April 2017 in der Regelschule „Friedrich Fröbel“ Oberweißbach

7.30-8.30 Öffnung der Gebäude: Register & Anmeldung im einzelnen Veranstaltungen
8.30-8.45 Eröffnung
8.45-9.30 Eröffnungsvortrag von Robert Nauer (Keilhau)
9.30-9.45 Gemeinsames Falten nach historischer Keilhauer Vorlage. Joan Sallas (Weimar)
9.45-10.00 Kurze Kaffeepause
10.00-11.25 Workshops
11.30-12.55 Workshops
12.55-13.00 Gruppenbild
13.00-14.00 Mittagessen
14.00-15.30 Workshops
15.30-16.00 Kaffee & Kuchen Pause
16.00-17.30 Workshops
17:30-18:00 Mitteilungen, gemeinsames Falten & Tagesabschluss
18.00-19.00 Abendessen
19.00-21.00 Konsultierung & Falten mit didaktischen Faltbüchern

Sonntag den 2. April 2017 im Memorialmuseum Markt 10 Oberweißbach

9:00 Begrüßung vor dem Museum und Aufteilung in die einzelnen Workshops
9:30-10.30 Workshops und Praxisstunden im Museum und Jugendclub
10.30-11.00 Kaffee und Küchen Pause
11.00-12.00 Workshops und Praxisstunde im Museum und Jugendclub
12.00-12.30 Verabschiedung der 2. Tagung zur Faltdidaktik in der Fröbelstrasse 2017
12.30-14.00 Mittagessen individuell (wir reservieren gerne im „Gasthaus zur Schenke“ & „Thüringer Hof“)
14.00-15.00 Führung im Museum
14.00-16.00 Wanderung zum Fröbelturm (ca. 2,4 km einfach)

Ariane controlling her pupils

WORKSHOPBESCHREIBUNGEN (Änderungen vorbehalten)

# Nick Robinson (Sheffield, England)
The joy of bookmarks
Bookmarks are not just for books. We will learn how to make a simple bookmark, looking at different ways to fold it. We will then investigate some of the many ways that this simple design can be used to make shapes, animals and lots more. Please bring your imagination with you!

# Nele Hatoum (Halle/Saale)
Origami in der Freiarbeit – zusätzliche Förderung und Beschäftigung von Kindern im Unterricht.
Wir beschäftigen uns mit der Planung einer Origamikiste für den Klassenraum, die von den Kindern während des Unterrichtes selbständig genutzt werden kann. Wir erörtern gemeinsam mögliche Einsatzfelder.

# Hans-Werner Guth (Köln)
Mathematik und Geometrie – Röhren, Kästchen, Quader, Würfel, Baukasten?
Ja was denn nun? Vom Sinnn des Dellens und Stülpens… Ideen von Thoki Yenn und Kon-Ichi Kato um die Ecke gedacht.

# Joan Sallas (Weimar)
Fröbelsches Falten in China
Als die Fröbelsche Pädagogik China am Ende des 19. Jh. erreichte, wurden die deutsche und chinesische Falttradition in zahlreiche Bücher für Lehrer und Erzieher fusioniert. Eine von diesen chinesischen Elementen war das traditionelle System von faltkombinierten Behälter in geometrische Progression, die in mehreren chinesischen Provinzen und Zeiten, unterschiedliche Verwendungen bekommen hat. Wir werden diese System und sein kulturelle hintergrund kennen.

# Anja Markiewicz (Potsdam)
Origami AG
Seit Beginn des Jahres leite ich in einer Grundschule in Potsdam erfolgreich eine Origami AG. Schüler der 3. bis 6. Klasse kommen jede Woche begeistert zu unserer AG. In dem Workshop möchte ich gerne einen Überblick zu meinem theoretischen Konzept der AG geben und erzählen wie die Umsetzung in den zwei unterschiedlichen Kursen geklappt hat. Natürlich falten wir auch einige Modelle, die ich mit den Schülern ausprobiert habe.

# Sascha Pooch (Magdeburg):
Erleben und bewegen – Origami, Fitness für Geist und Körper?
In diesem Seminar sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Origami im sportlichen Bereich eingesetzt werden kann. Weiterhin soll darüber nachgedacht und diskutiert werden, ob Origami Bestandteil einer Erlebnispädagogik sein kann und für Gruppenprozesse einzusetzen ist.

# Petra Betscher (Gifhorn)
Papier-Mitmachtheater “Der kleine Angsthase” – (Vor)Lesen – Falten – Spielen nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Elizabeth Shaw
Am Beispiel dieser Geschichte wird gezeigt, wie man mit Hilfe von Faltfiguren Geschichten gestalten und lebendig werden lassen kann. Nach dem Falten von Hase, Fuchs, Baum und anderen Kulissen probieren wir die verschiedenen Spiel Varianten- z.B. als Figurenspiel, Theaterspiel oder Tischtheater aus. Dabei werden Tipps gegeben, wie sich die gefalteten Figuren auch für andere Geschichten und für die Osterdekoration und kleine Geschenke verwenden lassen. Zum Abschluss werden Erfahrungen beim Spiel in Kindergärten, Grundschulen, Gruppen der Lebenshilfe, im Freizeitbereich (Bibliotheken, Altenheime) und Familienfesten weitergegeben. Zielgruppe: Kindern im Kindergarten- oder Grundschulalter, Familien

# Joan Sallas (Weimar)
Die Fröbelsche Faltschule in Weimar
1851 hat die unmittelbare Fröbel-Schulerin Minna Schellhorn in Weimar ein Kindergarten gegründet, wo die fröbelsche Faltkonzepte auf der Praxis umgesetzt wurden, und wo Kindergärtnärinnen ausgebildet wurden. Viele die für dieses Projekt sich interessiert haben (darunter Leo Tolstoi) sind nach Weimar gefahren, und so sind die ganze Faltkonzepte in der Welt verbreitet. Wir werden lernen und falten welche waren diese Konzepte und was heute noch daraus lernen können.

# Nick Robinson (Sheffield, England)
Folding with triangles

# Carmen Sprung (Pfaffenhofen/Ilm)
Stern-Variationen durch das Spiel mit Rechteck-Formaten entdecken
Am Beispiel von Stern VICKY wird gezeigt, wie ein Faltkonzept, das ursprünglich für 8 Quadrate gedacht war, auf andere Rechteck-Formate übertragen werden kann. Wir wollen verschiedene Seitenverhältnisse faltend ausprobieren und eine gewisse Gesetzmäßigkeit erkennen. Durch die Wahl eines bestimmten Rechteck-Formats kann die Zahl der Strahlen des VICKY-Sterns geplant werden. Im Workshop werden Sterne mit 9 bis 14 Strahlen vorgestellt, aber nicht vollständig gefaltet.

# Joan Sallas (Weimar)
Das Falten von Servietten in der Pädagogik, gestern und heute
Die Kunst Servietten zu falten oder brechen entsteht in Italien am Anfang des 16. Jahrhunderts. Es war erstes mal 1629 wenn der deutsche Matthias Giegher das erste Buch der Welt um falten zu lernen, veröffentlicht hat. Seitdem wurde das Falten nicht als Kunst sondern auch als faltpädagogische Tätigkeit, die von Generation zu Generation übertragen wurde. Wie zum Beispiel als 1705 in Halle an der Saale, Hermann August Franke das Brechen von Servietten erstes mal im Schulprogramm einer Kinderschule eingefügt hat. Wir werden sehen und üben was aus diese historische Kenntnisse lernen können.

# Carmen Sprung (Pfaffenhofen/Ilm)
Auswahl und Vorbereitung des Faltpapiers
Um Spaß beim Falten zu haben, spielt die Auswahl des “richtigen” Papiers eine entscheidende Rolle. Als Alternative zum Standard-Origamipapier kann mit ein paar Tricks Papier mühelos zugeschnitten werden, mit oder ohne Schneidemaschine. Wir werden diskutieren, welche Fehler bei der Auswahl des Papiers vermieden werden sollten und wie Papier vor dem Falten noch “vorbereitet” werden kann. Um ein Gefühl für das Papier zu bekommen, werden verschiedene Papiere aus dem Alltag vorgestellt und ausprobiert.

# Petra Betscher (Gifhorn)
“Tütenspaß” – ein Modell und …zig Varianten zum Spielen, Dekorieren und Backen
Ganz im Fröbels inn -vom Einfachen zum Schwierigeren, von der Grund- zur Lebensform. Vom Quadrat übers Dreieck zum Drachen zur Eistüte zum Tannenbaum und dann in 3D: Zuckertüte, Backtüte , Hüte , Monsterfingernägel , Vogel…. Mit Hilfe von Zettelkastenpapier erstellen wir eine Schritt für Schritt Anleitung für eine Tüte und falten Tüten für die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten.

# Hans-Werner Guth (Köln)
Mathematik und Geometrie – Röhren, Kästchen, Quader, Würfel, Baukasten?
Ja was denn nun? Vom Sinnn des Dellens und Stülpens… Ideen von Thoki Yenn und Kon-Ichi Kato um die Ecke gedacht.

# Joan Sallas (Weimar)
Eine Unterrichtsstunde mit Faltbriefen – Didaktisches Material für Lehrer
Die Erfahrung hat uns gezeigt, wieviel Begeisterung solch ein »banales« Thema wie »Faltbriefe« wecken kann. Gefaltete Briefe und Briefumschläge sind nicht nur an sich interessant, sondern sie machen interessant, vor allem den Absender und auch den Empfänger. Wir denken, dass die Einführung dieses Themas in den Origami-Unterricht bzw. in den Kunstunterricht in Schulen, Volkshochschulen, Arbeitskreisen usw. hoch interessant ist. Briefe und Briefumschläge sind einfach zu lernen, schnell zu falten und leicht zu erinnern. Es ist nicht nur eine sehr praktische Tätigkeit, sondern sie ist auch ökonomisch, denn man braucht kein Postmaterial zu kaufen. Wir fördern nicht nur die Lernkraft, die Motorik, das Erinnerungsvermögen, die Kreativität, oder – mit Fröbel’schen Worten – den Geschmack für die Schönheit (was allen Origami-Modellen gemeinsam ist). Weiterhin faltet man Briefe, um eine eigene individuelle Befriedigung zu haben (»ich habe es gefaltet und sende es dir, um es dir zu zeigen«), als soziale Verbindung, um mit anderen zu kommunizieren und einen Dialog zu etablieren (der in dieser Welt sehr mangelhaft ausgeprägt ist). Ein Dialog vielleicht ohne abstrakte Worte, sondern mit realen Emotionen durch die Faltungen. Dies sind die erzieherischen Werte der Faltbriefe für Kinder und Erwachsene.

# Petra Betscher (Gifhorn)
“Alles Zeitung” – Falten und Spielen und Vorführen mit Zeitungen

# Joan Sallas (Weimar)
Didaktische Praxisstunde
Unterrichtübungen für Faltlehrer als Faltschülern. Die Teilnehmer in dieser Praxis werden die Möglichkeit haben korrigiert zu werden und häufige Faltlehrerfehler nachkorrigieren zu können

# Nele Hatoum (Halle/Saale)
Gefaltete Unterrichtsmaterialien
Es gibt eine Einführung in das Erstellen von Heften, Mappen, Präsentationen sowie dikaktischem Material für verschiedene Unterrichtsfächer. Ausgangspunkt hierfür sind leicht zu besorgende Materialien wie vor allem DIN A 4 Blätter, die von den Kindern selbst gefaltet und gestaltet werden können. Einige Beispiele falten wir gemeinsam.

# Joan Sallas (Weimar)
Didaktische Praxisstunde
Unterrichtübungen für Faltlehrer als Faltschülern. Die Teilnehmer in dieser Praxis werden die Möglichkeit haben korrigiert zu werden und häufige Faltlehrerfehler nachkorrigieren zu können                                                                           

DSCN3747

Faltdidaktik in Keilhau um 1900

 

UNTERSTÜTZER:
Friedrich-Fröbel Verein Oberweißbach e. V.
Friedrich-Fröbel-Memorialmuseum Oberweißbach
Naturfleisch GmbH, Oberweißbach
Hotel Burghof, Oberweißbach
Stadt Oberweißbach
Die Ludoteca, Weimar
Julia Schonhuber Papierdesign, Salzburg
Carmen Sprung Origamiseiten
Neuer Thüringer Fröbelverein Keilhau e. V.
Tagung zur Didaktik des Faltens in Freiburg (Deutschland), Badalona (Katalonien), Sheffield (England) und Bellaria (Italien)
Origami Deutschland e. V.
Centro Diffussione Origami (Italien)
Padore – Gesellschaft zur Dokumentation und Erforschung der Faltkunst
Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Philosophische Fakultät III, Erziehungswissenschaften
Polytechnic University of Catalonia. Department of Applied Mathematics IV